Blutegeltherapie

Die Blutegel gehören zu den ältesten Heilmitteln, die wir kennen. Die Wirksamkeit bei vielen Erkrankungen ist in zahlreichen Publikationen dokumentiert. Durch den Biss eines Blutegels werden gleichzeitig verschiedene Wirkstoffe in den Organismus injiziert.

Der Speichel des Blutgels hat folgende Eigenschaften

  • Blutgerinnung wird gehemmt (dieser gewünschte Effekt bewirkt, dass die Wunde sich nach dem Ablösen des Egels nicht selbstständig verschließt, sondern die gewünschte Nachblutung erfolgen kann)
  • schmerzlindernd und entzündungshemmend
  • durchblutungsfördernd und gefäßerweiternd
  • Beschleunigung des Lymphflusses
  • entstauende Wirkung
  • antibiotisch

Die Stärken der Blutegelbehandlung liegen vor allem in der Behandlung von Erkrankungen des Bewegungsapparates. Auch die postoperative Behandlung mit Blutegeln kann den Heilungsprozess beschleunigen und die Narbenbildung positiv beeinflussen. Außerdem werden Blutegel bei Hautläsionen und Ekzemen erfolgreich eingesetzt.

Mögliche Nach- und Nebenwirkungen:

  • Rötung
  • lokaler Juckreiz
  • Schwellung
  • Bluterguss im Bereich der Bissstelle

Es gehört zum Heilungsprozess, dass die Wunde bis zu 12 Stunden nachbluten kann. Das Tier sollte sich in dieser Zeit in einer sauberen Umgebung aufhalten und die Wunde weder belecken noch bekratzen. Es besteht die Gefahr einer Entzündung in diesem Bereich.

In der Regel verheilt die Bissstelle ohne Narbenbildung. Kleine punktförmige Hautaufhellungen können zurückbleiben. In äußerst seltenen Fällen können Temperaturerhöhungen und Lymphknotenschwellungen auftreten. Dies sind normale Reaktionen, die nach einigen Tagen verschwinden. Aufgrund der blutdrucksenkenden Wirkung kann es sehr selten zu Kreislaufreaktionen kommen. Deshalb sollte Ihr Tier in den nächsten 1-2 Tagen keine größeren Anstrengungen ausgesetzt sein, dazu zählen bei Hunden auch lange Spaziergänge. Es sollte immer ausreichend Trinkwasser zur Verfügung stehen.

Bei folgenden Indikationen darf keine Blutegelbehandlung durchgeführt werden:

  • allen Arten von Anämien
  • akuten Infekten
  • Diabetes mellitus
  • Immunschwäche
  • Dauertherapie mit Cortison (kurzfristige Gaben sind bedenkenlos)
  • starke Allergieneigung
  • Überempfindlichkeit gegen Heparin
  • Trächtigkeit
  • Tumore
  • schwere Organerkrankungen

Bitte klären Sie alle Eventualitäten mit Ihrem Tierarzt ab.

Wichtig: Bitte informieren Sie mich vor Behandlungsbeginn über bekannte Vorerkrankungen, Allergien und Medikamentengaben. Blutegel beißen bei behandelter Haut nicht oder nur sehr schlecht. Deshalb muss unbedingt darauf geachtet werden, dass die Haut frei ist von Chemikalien, Salben, Gels und Cremes und anderen stärkeren Geruchsstoffen (z.B.Teebaum-/ Kokosöl). Dazu gehören auch alle Parasitenmittel gegen Flöhe, Zecken und Milben (Halsbänder, Spot-on-Präparate und Tabletten), Shampoos und andere parfümierte Produkte.

Eine Blutegelbehandlung kann 30 – 90 Minuten, abhängig von der Anzahl der Blutegel, der Außentemperatur und der Koorperationsbereitschaft des Patienten, in Anspruch nehmen.